Manager Zeugnis
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Leistungsbeurteilung im Manager-Zeugnis:
Aufbau, Kriterien & Formulierungen

(von Sabine Gläser, Expertin für die Erstellung von C-Level Arbeitszeugnissen)

Neben den konkreten Erfolgen und Ergebnissen steht in erster Linie die Leistungsfähigkeit einer Führungskraft im Zentrum des Arbeitszeugnisses oder Referenzschreibens.

In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, wie die klassische Leistungsbeurteilung im Managerzeugnis strukturiert ist, worauf HR-Verantwortliche achten (müssen) und welche Formulierungen für Top-Leistungen (Noten 1 bis 2) üblich sind.

Die Struktur der Leistungsbeurteilung im Überblick

Nachdem die administrativen Stammdaten im Zeugnis geklärt sind, folgt der Kern des Dokuments: die differenzierte Bewertung von Leistung, Kompetenz und Führung.

💡 Hinweis zu den Formulierungen:
Zur besseren Verdeutlichung nutze ich nachfolgend standardisierte Textbausteine. Individuell auf C-Level- und Management-Niveau zugeschnittene Formulierungen sollten jedoch stets an die tatsächlichen Unternehmenserfolge angepasst und im Wording exakt auf die Führungspersönlichkeit abgestimmt sein – genau darin liegt meine Kernkompetenz.

1. Leistungsbereitschaft: Motivation & Engagement

Hier wird bewertet, wie hoch die persönliche Einsatzbereitschaft, das Engagement und die Motivation der Führungskraft waren.
Beispiel-Formulierung:
„Wir kennen Frau Muster als stets engagierte und einsatzbereite Mitarbeiterin, die bei Bedarf zuverlässig auch außerhalb der üblichen Zeiten ihre Aufgaben im Sinne einer bestmöglichen Aufgabenerledigung erfüllte.“

2. Kompetenz und Fachwissen

Neben der beruflichen Erfahrung stehen hier das Fachwissen und der spezifische Sachverstand im Fokus. Bei Managern wird zudem ein tiefgreifendes, strategisches Wissen vorausgesetzt (auf das ich an dieser Stelle nicht eingehe):
Beispiel-Formulierung:
„Herr Muster zeichnete sich durch ein umfassendes Fachwissen aus, das auch Spezialfragen und angrenzende Teilbereiche beinhaltete. Er war uns und unseren Kunden immer ein kompetenter Ansprechpartner.“


3. Weiterbildung & Qualifikation

  • Für Fachkräfte: Hier wird die kontinuierliche, berufliche Weiterbildung bewertet.
  • Für Führungskräfte / Manager: Eine regelmäßige, eigeninitiative Weiterbildung wird auf C-Level vorausgesetzt. Eine explizite Nennung kann hier paradoxerweise den Sachverhalt entwerten ("negieren"). Relevant sind daher primär berufsbegleitend erworbene Zusatzqualifikationen wie akademische Titel, Studienabschlüsse oder Zertifizierungen.

Beispiel-Formulierung:
„Herr Muster bildete sich engagiert und mit stets guten Ergebnissen weiter. Die neu erworbenen Kenntnisse setzte er immer zielführend ein.“


4. Arbeitsstil & Arbeitsmethodik

Handelt der Manager strukturiert, vorausschauend und planvoll – selbst unter hohem Termindruck?
Beispiel-Formulierung:
„Herr Muster agierte jederzeit mit Überblick, verantwortungsvoll und sehr gut durchdacht.“


5. Arbeitserfolg & konkrete Ergebnisse (Core-Part für C-Level)

Dieser Bereich ist der wichtigste Teil für Fach- und Führungskräfte. Insbesondere das Arbeitszeugnis für Geschäftsführer muss diesen Part in herausgehobenem Maße und mit messbaren strategischen Erfolgen abbilden.
Beispiel-Formulierung (Qualifiziertes Zeugnis):
„Herr Muster generierte stets hochwertige Ergebnisse. So gründete und leitete er die strategischen Entwicklungsbereiche mit großem Erfolg und erfahrenem Blick für zukünftige Markterfordernisse und Kundenbedürfnisse – inklusive der Definition, Implementierung und Optimierung aller Prozesse der Neuproduktentstehung. Darüber hinaus realisierte er nach der Akquisition eines bedeutenden Mitbewerbers die Übernahme und Integration des dazugehörigen Produkt- und Entwicklungsbereiches.“


6. Führungsverhalten (Für Manager mit Personalverantwortung)

Wie agiert die Führungskraft im Team? Werden Mitarbeitende gefördert, gefordert und adäquat gecoacht?
Beispiel-Formulierung:
„Frau Muster zeichnete sich in ihrer Personalführung durch ein stets unterstützendes Coaching aus. Sie bewies eine ausgeprägte Führungskompetenz und verstand es immer, ihre Teammitglieder zu fördern, umfassend zu informieren und Aufgaben und Verantwortung angemessen zu delegieren.“

Die Gesamtbeurteilung: Zusammenfassung & Potenzial

An dieser Stelle erfolgt die Zusammenfassung der Gesamtleistung und der Zufriedenheit des Arbeitgebers.

  • Standard (Note 1–2): „Wir waren mit den Leistungen von Herrn Muster sehr zufrieden.“
  • High-Potential-Zusatz (bei überdurchschnittlichen Leistungen): „Aufgrund ihres hohen Potenzials ist sie für weiterführende Aufgaben und eine höhere Verantwortungsbreite sehr geeignet.“

Das Sozialverhalten (Verhaltensintegrität) im Managerzeugnis

Der Leistungsbeurteilung schließt sich im Zeugnis die Bewertung des Verhaltens gegenüber internen und externen Anspruchsgruppen an:

Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen
Beispiel-Formulierung:
„Sein kollegiales und teamorientiertes Wesen sicherte ihm ein exzellentes Verhältnis zu allen Ansprechpartnern bei unseren Kunden und selbstverständlich auch in unserem Hause. Herr Muster zeichnete sich darüber hinaus durch ein sehr gutes Informationsmanagement und ein der jeweiligen Situation angemessenes, diplomatisch gestütztes Durchsetzungsvermögen in kritischen Sachfragen aus. Seine allzeit verlässliche Loyalität und Diskretion waren uns und unserem Kunden stets sicher.“


Verhalten gegenüber Externen (Kunden, Partner)
Beispiel-Formulierung:
„Gegenüber unseren Kunden und Geschäftspartnern trat Herr Mustermann jederzeit kompetent, zuvorkommend und sicher auf. Unser Unternehmen wurde von ihm jederzeit sehr gut repräsentiert.“


Der Ausklang des Zeugnisses: Grund, Dank & Zukunft

Den Abschluss jedes qualifizierten Arbeits- oder Zwischenzeugnisses bilden standardisierte, aber rechtlich wie symbolisch wichtige Bausteine:

1. Der Austrittsgrund & Anlass

  • Bei Zwischenzeugnissen: Versetzung in eine andere Abteilung, Vorgesetztenwechsel, Elternzeit oder auf ausdrücklichen Wunsch des Mitarbeiters.
  • Bei Endzeugnissen: Klassische Formulierungen wie „verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch, um sich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu widmen“ oder „Auflösung der Abteilung durch betriebliche Umstrukturierungsmaßnahmen“.

💡 Wichtige Experten-Anmerkung zum Trennungsgrund:
Häufig lese ich in Zeugnissen den vermeintlichen Trennungsgrund "im gegenseitigen Einvernehmen". Rechtlich gesehen handelt es sich hierbei jedoch nicht um einen Grund, sondern lediglich um die Dokumentation einer einvernehmlichen Trennung (meist geregelt durch einen Aufhebungsvertrag oder eine entsprechende Vereinbarung). Im Zeugnis muss klar werden: Handelt es sich um eine AG-seitige Trennung (z. B. aus betriebsbedingten Gründen oder aus Gründen in der Person/Leistung des Mitarbeitenden) oder um eine AN-seitige Kündigung (weil der Arbeitnehmer z. B. eine neue Herausforderung mit mehr Entwicklungsmöglichkeiten oder Gehalt sucht)? Die rechtssichere, elegante und wahrheitsgemäße Gestaltung dieser Schlussformulierung verlangt oft großes sprachliches Geschick.


2. Die Dankes-, Bedauerns- und Zukunftsformel (BDZ-Formel)
Beispiel-Formulierung:
„Wir bedauern seinen Weggang sehr, denn wir verlieren einen sehr wertvollen, loyalen Mitarbeiter. Für seine sehr guten Leistungen danken wir ihm und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Abschließend wird das Dokument mit Ausstellungsdatum, Ort und dem rechtlich korrekten Rang (Stellenbezeichnung) sowie einer Unterschrift (bei C-Level idealerweise durch den Vorstand, Aufsichtsrat oder Inhaber) versehen.

Nächster Schritt: Ihr professionelles Manager-Zeugnis

Ich freue mich, wenn Ihnen dieser Einblick weitergeholfen hat. Gerne stehe ich Ihnen bei Fragen, Anregungen oder für die individuelle Erstellung und Optimierung Ihres aussagekräftigen Arbeitszeugnisses oder Referenzschreibens persönlich zur Verfügung.

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