Arbeitszeugnisse für das Leitende (Top) Management
und Fachkräfte
(von Sabine Gläser, Expertin für die Erstellung von C-Level Arbeitszeugnissen)
Eine deutlich höhere Anzahl der Mitarbeitenden eines Unternehmens ist heute extrem gut ausgebildet und verfügt über weitreichende Erfahrungen. Eine umfassende akademische Ausbildung ist heute eher die Regel als die Ausnahme und Fachkräfte und Führungskräfte haben sich über eine Vielzahl von bezahlten und unbezahlten Einsätzen über Jahre bewiesen, bevor sie mit der aktuellen Position betraut wurden. Aufgrund des stetig Bildungsgrades, einer langjährigen Berufsausbildung und beständigen Weiterbildung ist ein sehr hohes Niveau erreicht worden. Dies zeigt sich auch in der kontinuierlich zunehmenden Verantwortungsbreite der einzelnen Funktionen im Unternehmen.
Wir kennen in jeder Branche ausgewiesene Spezialisten wie auch übergreifend agierende Generalisten, strategisch-konzeptionell denkende Mitarbeitende und operativ umsetzungsstarke Fachleute. Eine reine Unterscheidung zwischen hochqualifizierten Fachkräften und Führungskräften wird aufgrund oftmals flacher Hierarchien immer schwieriger – abgesehen von der objektiven Personalverantwortung nähern sich diese Positionen stark an.
Warum moderne Arbeitszeugnisse für Führungskräfte länger und detailreicher sein müssen
Diesem Wandel müssen Personalverantwortliche bei der Ausstellung von Arbeitszeugnissen unbedingt Rechnung tragen. Die meist nur eine DIN-A4-Seite lange Kurzabhandlung, wie sie früher üblich war, reicht heute für die meisten Fach- und Führungskräfte nicht mehr aus.
- Umfangreiche Tätigkeitsbeschreibung: Allein die Darstellung der komplexen Aufgaben und der Verantwortungsbreite nimmt heute deutlich mehr Raum ein. Konnten Aufgabenbereiche früher mit 5 bis maximal 8 Punkten umrissen werden, reicht eine halbe Seite oft nicht mehr aus.
- Projekte und Zusatzaufgaben: Hinzu kommen Projekte und Sonderaufgaben, die Führungskräfte wie selbstverständlich über ihr originäres Aufgabenfeld hinaus übernehmen.
- Wissen und Kompetenzen: Die meisten Fach- und Führungskräfte verfügen über ein tiefgreifendes Fachwissen, das den Verantwortungsbereich im Detail und oft weit darüber hinaus abdeckt. Diese Kompetenzen sind ein unverzichtbares Zeugniselement.
Der Wandel in der Formulierung (Beispiel: Selbstständigkeit)
Während wir noch vor einigen Jahren den Punkt „Selbstständigkeit“ explizit unter dem Arbeitsverhalten aufführten, ist dies heute für die meisten Angestellten eine voraussetzende Normalität. Eine übertriebene, explizite Nennung kann vom Leser unter Umständen als Kontrapunkt oder gar als versteckter Mangel interpretiert werden.
Im Resultat werden zeitgemäße Arbeitszeugnisse nicht nur länger, sondern auch dezidierter, individueller und aussagekräftiger. Insbesondere für hochqualifizierte Mitarbeitende, die ihre Stelle nicht über persönliche Weiterempfehlungen wechseln, ist ein präzises Dokument essenziell. Es spiegelt die berufliche Entwicklung wider und liefert eine umfassende Leistungsbeschreibung, inklusive besonderer Erfolge – etwa bei der Strategieentwicklung, Produktinnovation oder der Stabilisierung von Teams in schwierigen Umstrukturierungsphasen.
Führungsverantwortung im Zeugnis richtig darstellen
Bei expliziter Führungsverantwortung ist eine detaillierte Darstellung der individuellen Führungsqualitäten unverzichtbar. Veraltete Floskeln greifen hier zu kurz:
Veraltet und aussagelos:
„Herr X verfügte über sehr gute Führungseigenschaften. Er begeisterte seine Mitarbeiter und führte sie stets zu sehr hohen Leistungen.“
Modern und aussagekräftig:
„In seiner Mitarbeiterführung delegierte und kontrollierte Herr X stets angemessen und gut durchdacht. Versiert unterstützte er sein Team bei der selbstständigen Aufgabenübernahme, vermittelte klare Orientierungshilfen und ein stets förderliches Feedback. In Zielvereinbarungsgesprächen löste er auch schwierige Fragestellungen, gab Anerkennung sowie Optimierungshinweise und belohnte den Bereich für gemeinsame Leistungen. Sein Team agierte stets hoch motiviert, leistungs- und ergebnisstark.“
Formulierungen dieser Art zeigen sofort, dass die Fach- und Führungskraft mit modernen Personalentwicklungsinstrumenten bestens vertraut ist.
Fazit: Das zeitgemäße Arbeitszeugnis
Ein zeitgemäßes Arbeitszeugnis für Fachkräfte und Führungskräfte unterscheidet sich wesentlich von den Standards vergangener Jahre. Eine stärkere Individualisierung, eine detaillierte Darstellung der echten Verantwortungsbreite und präzise Leistungsbeschreibungen sind unabdingbar für ein Dokument mit echter Aussagekraft. Hier finden Sie mehr über meine Arbeit im Rahmen der Erstellung von Arbeitszeugnissen für Geschäftsführer, Vorstände und geschäftsführende Gesellschafter im Kontext der strategischen Erfolgsdokumentation auf C-Level für den nächsten Karriereschritt für Geschäftsführer & Vorstände.
Ich freue mich, wenn Sie sich auf den nachfolgenden Seiten näher informieren, und stehe Ihnen bei Fragen oder für die professionelle Erstellung und Prüfung Ihres Arbeitszeugnisses gern zur Verfügung.


