Bewerbungen - Absagen
Absagen sind jedem Bewerber bekannt. Meist ist es ein Standardtext, “...dass man sich für einen Mitbewerber entschieden hat, der in idealer Weise auf das Anforderungsprofil passte”, oder “...dass man leider, auch nach sehr sorgfältiger Prüfung der Bewerbungsunterlagen, keine Einsatzmöglichkeit im Unternehmen für den Bewerber finden konnte".
Das ist jedes Mal bitter, denn mit jeder Bewerbung schwingt doch die Hoffnung nach einem erfolgreichen Neuanfang mit, die mit der Absage zunichte gemacht wird.
In der Folge schreiben sich die meisten Bewerber die Schuld für ein Versagen zu, das sie gar nicht beeinflussen konnten. Viele unterschiedliche Gründe führen in der Regel zu einer Absage - niemals sind sie aber in der Person des Bewerbers zu finden. Generell ist kein Bewerber zu alt, unterqualifiziert oder ungeeignet.
Man muss alle - häufig als negativ oder ungenügend wahrgenommene - Faktoren wie:
- zu hohe oder zu geringe berufliche Qualifikation
- unzureichende fachliche Kompetenzen
- zu geringe berufliche Erfahrungen
- fehlende oder “falsche” Weiterbildungen / Zertifizierungen
- personenbezogene Kriterien
- häufige Stellenwechsel
- Lücken im Lebenslauf
- und vieles mehr, je nach Wahrnehmung der Person
im Kontext der ausgeschriebenen Position und der Erwartungshaltung des Unternehmens sehen.
Sicherlich ist es für “Berufswiedereinsteiger/-innen” (ein, wie ich finde, lächerlicher Begriff, denn die meisten Frauen und Männer, die aus der Familienbetreuung kommen, haben lediglich für einige Zeit ihren Job gewechselt, aber niemals aufgehört zu arbeiten) schwer, eine geeignete Anschlussstelle zu finden - insbesondere mit reduzierter Stundenzahl. In der Regel stehen Teilzeitstellen innerhalb eines Unternehmen nur begrenzt zur Verfügung. Ganz besonders eng kann es werden, wenn man hauptsächlich vormittags arbeiten möchte (wenn die Kinder in der Schule sind), diese Arbeitsplätze sind heiß begehrt und umkämpft. Hier ist meist derjenige erfolgreich, der die Verbindung zum Unternehmen immer aufrecht gehalten hat und über interne Fürsprecher und ein gut funktionierendes Netzwerk verfügt.
Auch ein fortgeschrittenes Alter ist heute kaum noch ein Grund für eine Absage. Es hängt immer sehr von der angestrebten Position ab: es gibt aufgrund der immer älter werdenden Zielgruppe (Kunden) für ältere Mitarbeitende immer mehr berufliche Möglichkeiten - weil sie einfach mehr Akzeptanz am Markt finden. Insbesondere an zentralen Schaltstellen mit Beratungsfunktion strahlt ein reiferer Mitarbeiter mehr Vertrauenswürdigkeit und Seriosität, Fachkompetenz und Erfahrung aus. So sitzen z.B. immer mehr ältere Mitarbeiter/-innen an der Rezeption bei Ärzten zum Beispiel.
