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  • Arbeitszeugnisse interpretieren und entschlüsseln

  •  

    Arbeitszeugnisse in der BewerbungsmappeWichtig für jeden Leser - und natürlich auch Verfasser - ist die korrekte Interpretation und Entschlüsselung des Ergebnisses - in diesem Fall ein Arbeitszeugnis. Die meisten Personalverantwortlichen, die ein Zeugnis geschriebenen haben, möchten nützliche Informationen über den ausscheidenden Mitarbeiter weitergeben und sehr oft sogar einem anerkannten und wirkungsvollen Manager gern den Weg für weitere berufliche Möglichkeiten eröffnen. Bei der Gestaltung des Arbeitszeugnisses gilt es nun zu berücksichtigen, wie der Leser das Dokument, bzw. den Informationsgehalt einschätzen wird.

    Aus Unsicherheit werden nun meist Standarddokumente herangezogen, weil man “nichts falsch machen” möchte. Dabei ist das Interpretieren und Verfassen eines qualifizierten Zeugnisses sehr einfach: Im Grunde zählt zunächst der Gesamteindruck des Dokumentes. Ist er durchweg positiv oder gibt es Stellen, bei denen man aufmerkt? Hier lohnt es sich in der Regel, noch einmal etwas genauer hinzuschauen. Gern vergleicht man auch das Ausstellungsdatum mit dem Ausscheidedatum des Managers. Gibt es hier Abweichungen, finden wir damit ein Indiz für eine mögliche gerichtliche Auseinandersetzung, die schon mal einige Monate in Anspruch nehmen kann.

    Eine kritische Beachtung der Formalismen (korrekte Überschrift, gewählte Länge des Zeugnisses, mögliche grammatikalische oder orthografische Fehler u.ä.m.) gibt uns weiteren Aufschluss über die persönliche Wertschätzung des Mitarbeiters. Je nachlässiger ein Dokument gestaltet wurde, desto eher können wir in der Interpretation von einer Geringschätzung des Arbeitgebers gegenüber des Managers ausgehen. Eventuell finden wir innerhalb des Textes einen Hinweis auf die mögliche Ursache. Dies ist aber nicht die Regel, da auch jeder Mitarbeiter ein Zeugnis sehr kritisch hinterfragt und mögliche Fragwürdigkeiten - unter Umständen unter Hinzuziehung anwaltlicher Hilfestellungen - ausmerzen lässt.

    Leider oft unberücksichtigt bleibt die Aufgabenbeschreibung. Sie wird immer häufiger ausgesprochen dezidiert dargestellt, was den Leser veranlasst, die Punkte nur noch zu überfliegen. Noch komplizierter wird das Nachvollziehen der Aufgaben- und Verantwortungsbreite, wenn die Tätigkeit in Form eines ausführlichen Textes beschrieben wird. Für eine korrekte Interpretation des Arbeitszeugnisses (siehe auch: Tipps zur Interpretation) im Sinne der Intention des Verfassers ist deshalb eine übersichtliche Darstellung mit Bulletpoints immer vorteilhaft.

    Innerhalb des anschließenden Beurteilungsteils des Arbeitszeugnisses zählt die Darstellung der Noten für die einzelnen Zeugniselemente wie Leistungsbereitschaft / Engagement,  Fachkompetenz und besondere Fähigkeiten, Arbeitsstil und Handlungsstrategien sowie für die erzielten Arbeitsergebnisse. Kern des Zeugnisses bleibt natürlich die Gesamtaussage zur Zufriedenheit des Arbeitgebers. Selbstverständlich gilt eine korrekte Darstellung der Benotung  auch für das Sozialverhalten - intern wie extern.

    Im Grunde kann sich ein Leser in der Interpretation und Entschlüsselung der Noten orientieren an folgenden Mechanismen:

    Eine sehr gute Leistung wird ausgedrückt durch Formulierungen, die durch eine Steigerungsform, ggf. kombiniert mit einem Temporaladverb, gekennzeichnet sind. Beispiel:  stets sehr gut, überaus erfolgreich, höchst engagiert u.v.m.

    Eine durchweg gute Leistung wird dargestellt durch ein Temporaladverb wie “stets” oder (bei einer 2+ durch eine Steigerungsform ohne Temporaladverb). Beispiel: stets erfolgreich, immer motiviert, oder: sehr erfolgreich.

    Eine zufriedenstellende Leistung wird interpretiert, in dem wir auf das Fehlen von Temporaladverbien achten: Beispiel: erfolgreich, motiviert, ergebnisorientiert

    Für ausreichende Leistungen gibt es kennzeichnende Schlüsselwörter wie zufriedenstellend (ohne Temporaladverb), oder: immer angemessen, stets anforderungsgerecht

    Bei einer noch schlechteren Leistung fehlt vor diesen Schlüsselwörtern das Temporaladverb wie bei “angemessen” oder “anforderungsgerecht” (ohne Temporaladverb)

    Zusatzinformationen finden Sie unter: Arbeitszeugnis und Bewerbung sowie Arbeitszeugnis Profi.

     

    mehr Informationen zu den Noten in den Beurteilungen für Mitarbeiter, Fach- und Führungskräfte wie auch für Geschäftsführer finden Sie unter:
    Arbeitszeugnisse für Geschäftsführer, Fach- und Führungskräfte - Wertungen darstellen

    Wir freuen uns, wenn Sie sich auf den nachfolgenden Seiten näher informieren und stehen Ihnen gern für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

 

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